Urbane Kulturen der Nachhaltigkeit
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Das Forschungsprojekt «Urbane Kulturen der Nachhaltigkeit»

Urbane Kulturen der Nachhaltigkeit:
Anmerkungen zum Phänomen und zum Forschungsprojekt

von Tobias Scheidegger

Was haben Finanzanlagen, Lebensmittelproduktion, Stadtentwicklung, Wirtschaft, Wachstum, Wohnformen, Energiegewinnung, Aussenpolitik, Entwicklungshilfe, Immobilien, Fiskalpolitik, Fahrzeuge, Stromnetze, Integration oder Landwirtschaft gemein? Wie man der Lektüre unterschiedlicher NZZ-Artikel allein vom November 2018 entnehmen kann, können all diese unterschiedlichen Dinge nachhaltig ausgestaltet sein – oder eben nicht. Einmal abgesehen von den je konkreten Inhalten, welche die diversen Akteur/innen (und Redaktor/innen) in den erwähnten NZZ-Artikeln jeweils mit diesem Begriff verknüpfen, legt allein schon diese beachtliche Spannweite möglicher Anwendungsgebiete nahe, dass es sich bei «Nachhaltigkeit» um einen eher unscharfen Begriff handeln muss. Betrachten wir diesen also kurz etwas genauer.

Alte und neue Wurzeln des Begriffs
Macht man sich über die Geschichte dieses gegenwärtig so florierenden Begriffs kundig, so stösst man in der Regel auf den Hinweis, dass das Wort ursprünglich aus dem forstwirtschaftlichen Kontext stamme. Konkret nennt der Publizist Ulrich Grober, Autor der einschlägigen Monographie Die Entdeckung der Nachhaltigkeit (2010), ein 1713 in Leipzig erschienenes Buch über Forstwirtschaft als ältesten Beleg für die Wortverwendung. In dieser Schrift wird dargelegt, wie man Wälder pflegen und bewirtschaften müsse, damit deren «continuirliche beständige und nachhaltende Nutzung» gewährleistet sei (zit. nach Grober 2013, 27).
Auch wenn sich gewisse Verbindungslinien dieser historischen Wurzeln bis in die heutige Zeit mögen nachzeichnen lassen, so ist die Begriffsverwendung gemäss des heute gängigen Common Sense wesentlich jüngeren Datums. Seine gegenwärtige Prominenz geht zurück auf einen 1987 publizierten Abschlussbericht einer UNO-Kommission. In diesem Report, der in Anlehnung an den Namen der Kommissionsvorsitzenden, der vormaligen norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland, als «Brundtland-Bericht» weltweite Bekanntheit erlangte, findet sich die klassisch gewordene und vielzitierte Definition von nachhaltiger Entwicklung: «Nachhaltig ist eine Entwicklung, welche die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation deckt, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken» (zit. nach Grober 2013, 31).
Das derart definierte Konzept «Nachhaltigkeit» legte alsbald eine beachtliche Karriere an den Tag. Über die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 – oftmals tituliert als „Erdgipfel“ oder „Rio-Konferenz“ – und das dort ins Leben gerufene Aktionsprogramm Agenda 21 fand der Begriff der «nachhaltigen Entwicklung» Eingang in einschlägige Leitlinien von Kommunen, Regionen und Staaten rund um die Welt. In Gestalt solcher Regierungs- und Planungsinstrumente wirkt das Konzept bis heute nach und besitzt anhaltende politische Strahlkraft.

Radikales Konzept oder grüne Begriffshülse?
Zeitgleich mit seiner globalen Ausbreitung in Form der Agenda 21 setzte ein eigentlicher Trickle-down-Prozess des Begriffs ein, im Zuge dessen zunehmend mehr Akteur/innen für sich reklamierten, nachhaltig zu sein oder zu handeln. Nachhaltigkeit tauchte in Parteiprogrammen, Lehrplänen und Unternehmensleitbildern auf, aber auch NGOs oder Graswurzelbewegungen schrieben sich den Terminus auf ihre Fahnen. Während die einen damit ihre Produkte oder ihr Unternehmen bewerben, ihre Stadt im globalen Standortwettbewerb günstig zu positionieren versuchen oder Neubauwohnungen an den Mann, die Frau und deren anderthalb Kinder bringen wollen, trachten andere mit Verweis auf den exakt gleichlautenden Begriff danach, wenn nicht gleich dem Kapitalismus grundsätzlich den Garaus zu machen, dann doch wenigsten dessen Auswüchse in die Schranken zu weisen. Die aufgezählten Instrumentalisierungen des Begriffs markieren die beiden äussersten Pole eines Kontinuums, welches die Sozialwissenschaften mit Blick auf aktuelle Nachhaltigkeitsverständnisse skizzieren: Auf der einen Seite des Spektrums finden sich radikalökologische Positionen, welche auf der Überzeugung ruhen, dass die Nachhaltigkeitsproblematik nicht von Fragen der Produktionsweise, der Eigentums- und Machtverhältnisse oder bestehenden (Un‑)Gleichheiten gelöst werden könne. Vertreter/innen dieser Lesart plädieren dann auch konsequenterweise für tiefgreifende gesellschaftliche Transformationen (vgl. z.B. Wallimann 2013) – auch wenn in Bezug auf die konkrete Art und Weise, wie dieser Umbruch vonstatten gehen und aussehen soll, alles andere als Einhelligkeit besteht.
Auf der anderen Seite beschreiben etliche Forschungen eine Auffassung von Nachhaltigkeit, die mit den herrschenden kapitalistischen Produktions- und Konsumtionsweisen ihren Frieden geschlossen hat oder vielmehr von diesen – wie zuvor schon viele andere gesellschaftliche Bewegungen mit potentiell kritischer Stossrichtung – vereinnahmt wurde. Dies entspricht exakt jenem Phänomen der «Endogenisierung» von Kritik, welches die französischen Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler/innen Luc Boltanski und Ève Chiapello als Wesenszug des jüngeren Kapitalismus beschreiben (vgl. Boltanski und Chiapello 2003). Eine derart einverleibte Nachhaltigkeit soll das fortgesetzte und reibungslose Funktionieren des gegenwärtigen Kapitalismus gewährleisten und dessen Modernisierung hin zu einem «Grünen Kapitalismus» bewerkstelligen (vgl. Neckel 2018a, 15–18). Dieses seit der Jahrtausendwende immer offensiver propagierte Modell, welches die angebliche Vereinbarkeit von Wachstum, Profitmaximierung und Nachhaltigkeit behauptet, wird in der sozialwissenschaftlichen Nachhaltigkeitsforschung meist argwöhnisch betrachtet und die Tendenz des «economizing the green» anstelle eines profunden «greening» der Wirtschaft als zynische Verdrehung zentraler Nachhaltigkeitsprämissen denunziert (vgl. beispielsweise Kenis and Lievens 2016).
Aufgrund der eben skizzierten Beobachtung, dass der Begriff «Nachhaltigkeit» problemlos auch für sich diametral widersprechende Projekte in Anschlag gebracht werden kann, kritisieren ihn diverse Autor/innen als floskelhafte, leere Begriffshülse. Der Begriff wird als «empty signifier» (vgl. Rosol et al. 2017, 1711) oder als «polysemous concept» (Lang und Rothenberg 2017, 1745) charakterisiert, der gerade durch diese Eigenschaft, alles und nichts zu bedeuten, seine Rolle als Schmiermittel der herrschenden Verhältnisse perfekt spielen könne. Es ist nun aber keine sonderlich überraschende Beobachtung, dass derart unterschiedliche Akteur/innen wie Unternehmen, NGOs, Bürgerinitiativen oder Nationalstaaten die relativ vage formulierte UNO-Definition von «Nachhaltigkeit» mit je eigenen und sich häufig gar widersprechenden Bedeutungen füllen. Diese Beobachtung ist vielmehr als Ausgangspunkt für alle empirische Forschungen über Nachhaltigkeit zu betrachten.
Solche empirischen Forschungen zu Nachhaltigkeit im Spannungsfeld sich widersprechender Interessen und Sachzwänge liegen vor allem mit Blick auf Nachhaltigkeitspolitiken einzelner Städte recht zahlreich vor (vgl. z.B. While et al. 2004 für Manchester und Leeds; Kruger und Agyeman 2005 für Seattle; Keil und Boudreau 2006 für Toronto; Mössner 2016 für Freiburg i.B.). In ironischer Anlehnung an das Konzept des «Realsozialismus» benennen der Humangeograph Rob Krueger und der Umweltwissenschaftler Julian Agyeman solche zwangsläufig widersprüchlichen Nachhaltigkeitsbestrebungen auf dem Boden der (kapitalistischen) Realität als «actually existing sustainabilities» (Krueger und Agyeman 2005, 416).
Wie sind «realexistierende» Nachhaltigkeitsbestrebungen jenseits solcher thematisch enggefassten urbangeographischen Studien zu erforschen? Grundsätzlich müsse sozialwissenschaftliche Forschung zu Nachhaltigkeitspraktiken und -diskursen, so postuliert der Soziologe Sighard Neckel in einer aktuellen programmatischen Skizze zu diesem Forschungsfeld, das zugrundeliegende Konzept selbst problematisieren und dürfe sich keinesfalls auf Nachhaltigkeit «als eine normative Leitidee, die per se schon etwas Wünschenswertes bezeichnet» beziehen. Stattdessen müsse eine reflexive Erforschung von Nachhaltigkeit auch deren «Widersprüchlichkeiten, Dilemmata und Paradoxien» beleuchten (Neckel 2018a, 13). Dies versuchten wir im Projektseminar Eine bessere Welt schaffen... in Zürich!? Urbane Kulturen der Nachhaltigkeit im Frühlings- und Herbstsemester 2018 zu tun.

«Urbane Kulturen der Nachhaltigkeit» als Forschungsthese
Im besagten Lehrforschungsprojekt wollten wir am Beispiel Zürichs aktuelle «urbane Kulturen der Nachhaltigkeit» nachzeichnen. Diese (durchaus hypothetische) Begrifflichkeit diente uns als Arbeitsinstrument, das unsere Fragen an die untersuchten Phänomene fokussieren helfen sollte. Mit Blick auf den gegenwärtigen kulturwissenschaftlichen Forschungsstand gingen wir von der Setzung aus, dass «Nachhaltigkeit» einerseits in spezifisch urbanen Konstellationen verhandelt und gelebt wird und andererseits diese einschlägigen Aktivitäten treffend als «Kulturen» beschrieben werden können. Dies soll im Folgenden kurz erläutert werden.
Viele Aktivitäten unter dem Banner der Nachhaltigkeit entsprechen bestens jenen neuen urbanen sozialen Bewegungen, die Wolfgang Kaschuba in seinem konzisen Portrait Vom Wissen der Städte charakterisiert hat (vgl. Kaschuba 2015). Er beschreibt, wie im Zuge der urbanen Renaissance ab der Jahrtausendwende neue zivilgesellschaftliche Akteur/innen auf den Plan treten, die in konkreter Auseinandersetzung mit städtischen Realitäten wie Wohnen, Kultur oder Ernährung neue Wertungen von Raum, Wissen, Gemeinschaft und Demokratie erschaffen und die Städte der Gegenwart zu «lokalen bürgergesellschaftlichen Identitätslabor[en]» (Kaschuba 2015, 25) transformieren würden. Exakt dieselbe Metapher der «Stadt als Labor» und einen vergleichbar wohlwollend-euphorischen Blick auf solche Graswurzel-Bewegungen und die Stadt als Möglichkeitsraum findet sich in diversen anderen Forschungsbeiträgen zum Thema (vgl. beispielsweise Rauterberg 2013). Aber selbst wenn man das Ganze (beziehungsweise das Zukunftspotential der Städte) etwas nüchterner betrachtet, so sprechen auch trockenere soziologische Befunde dafür, Städten eine besondere Stellung für diese zeitgeistigen Initiativen einzuräumen. Fast einhellig postuliert nämlich die sozialwissenschaftliche Forschung zu Nachhaltigkeit und geistesverwandten Bewegungen, dass das Gros der einschlägigen Aktivist/innen der gebildeten städtischen Mittelschicht entstamme und die Agenden besagter Gruppierungen deren Lebensstile, Werte und Kompetenzen widerspiegeln würden (Kaschuba 2015, 23; Fenske 2017, 222; Exner und Schützenberger 2017; mit Blick auf Konsum- und Lebensstile allgemein vgl. Neckel 2018b, 60–65).
Es gibt also gute Gründe, bestimmte Erscheinungsweisen als «urbane» Phänomene zu untersuchen. Dass wir diese darüber hinaus als «Kulturen» der Nachhaltigkeit etikettiert haben, soll unseren problematisierend-reflexiven Zugriff auf Begriff und Sache der «Nachhaltigkeit» deutlich machen. Mit dem Verweis auf die längst popularisierte UNO-Definition ist die Sache nämlich keineswegs erledigt – wie erwähnt, wird «Nachhaltigkeit» von unterschiedlichen Akteur/innen höchst unterschiedlich verstanden und umgesetzt. Nachhaltigkeit mit dem Werkzeug eines offenen Kulturbegriffs zu analysieren, soll also den Blick auf je spezifische Handlungen, Diskurse, Deutungen oder Werte der «Nachhaltigkeit» lenken, die von unterschiedlichen Akteur/innen ins Spiel gebracht werden. Im Zusammenspiel mit konkreten Räumlichkeiten, institutionellen Rahmungen, materiellen Settings oder Schicht- und Milieuzugehörigkeit entstehen so je spezifische, in sich relativ kohärente Ausformungen von «Nachhaltigkeit», die im gegenwärtigen Zürich mit- und nebeneinander (eher selten: gegeneinander) bestehen – und von uns als einzelne «Kulturen» ins Auge gefasst wurden.

Wissenschaftliche Zugänge zur Nachhaltigkeit
Wirft man einen Blick in jüngere kultur- und sozialwissenschaftliche Forschungen zu urbanen Nachhaltigkeitskulturen, so stellt man rasch gewisse Schlagseiten fest. Während im angelsächsischen Sprachraum die Blicke stark auf Prozesse «neoliberaler» Instrumentalisierungen des Nachhaltigkeitsgedankens für Stadtmarketing, Gentrifizierung, «Greenwashing» und so fort gerichtet werden und – in mitunter etwas eintöniger schwarz-weiss-Färbung – einschlägige Grassroots-Bewegungen als Widerstand gegen ersteres porträtiert werden, erhält in der deutschsprachigen Forschung vor allem der zweite Aspekt grössere Aufmerksamkeit, jedoch oft unter vergleichbaren Vorzeichen. Dieser Schwerpunktsetzung entsprechen konsequenterweise dann auch die untersuchten Felder, was dazu führt, dass Phänomene wie Urban Gardening, D.I.Y. & Co. in der Forschungsliteratur ziemlich prominent vertreten sind und zudem (zumindest implizit) meist einschlägig gerahmt werden: Man ist rasch geneigt, in diesen Projekten eine reflexive und explizit politische Avantgardebewegung einer post-kapitalistischen Transformation zu erkennen.
Gründe für diese Schlagseite der Forschungsperspektiven sind mehrere denkbar. Es könnte sich dabei schlicht um eine Spiegelung der wohlwollenden Aufmerksamkeit handeln, die besagte Projekte in den Medien üblicherweise erhalten. Eine andere mögliche Ursache könnte auch in normativen Setzungen der Forschenden liegen, sprich in einem durchaus nachvollziehbaren «Euphorie- und Utopieüberschuss» (Kuhn und Bellwald 2017, 268), der den untersuchten Aktivist/innen und Projekten entgegengebracht wird. Das ist weder methodologisch grundfalsch noch inhaltlich unsympathisch, bloss wird diese bestimmte Perspektivierung dem Phänomen in seiner Breite nicht gerecht. Wie Peter F. N. Hörz in einem Aufsatz über städtische Landwirtschaft kritisch anmerkt, führe die Engführung der Forschungsperspektive auf «partizipativ-gemeinschaftsorientierte» Unterfangen, die im «sozialen und ökologischen Sinne ‹Projektcharakter›» aufwiesen (Hörz 2017, 204), zu blinden Flecken – bedeutsame Tendenzen werden schlicht dadurch übersehen, dass sie in anderer, schlichterer Aufmachung und unter abweichendem (bzw. keinem) Label daherkommen. Oder, um es mit umgenutztem Aktivist/innen-Vokabular auszudrücken: Nicht alle Akteur/innen der vielgestaltigen Kulturen der Nachhaltigkeit schaffen sich inmitten chic-urbaner D.I.Y.-Möblierung «bewusst kuratierte Hybridräume» (Baier et al. 2016, 57), in denen sie «robuste bzw. resiliente Kontexte [schaffen], die sie also gegen die Vergesellschaftungsmodi des Neoliberalismus immunisieren» (Baier et al. 2016, 40). Diese Wortanleihen führen zu einem weiteren möglichen Grund für die mitunter etwas einseitige Perspektive, welche die vorliegende Forschungsliteratur kennzeichnet. Es könnte sich punktuell auch um einen «Rückfluss» von Lesarten handeln, welche die zahlreichen aktivistischen D.I.Y.-Urban Gardening-& Co.-Studien über sich selbst in den Umlauf bringen (vgl. Anm. 1).

Nachhaltigkeit, Zürcher Art: Einige Ergebnisse des Lehrforschungsprojekts
In unserem Projekt versuchten wir, Hörz’ Maxime zu beherzigen und uns möglichen Feldern «urbaner Kulturen der Nachhaltigkeit» mit einem möglichst weiten Blick zu nähern. Ausgangspunkt unserer empirischen Forschungen bildete ein gemeinsam erstelltes Inventar, in welchem wir wild durcheinandergemischt alles sammelten, was sich auf dem Platz Zürich irgendwie mit «Nachhaltigkeit» in Verbindung setzen lässt. Diese lange Liste von Initiativen, Treffpunkten, Unternehmen, Läden und Vereinen versuchten wir in einem zweiten Schritt thematisch zu ordnen und inhaltlich zu kategorisieren. Auf Grundlage der Kenntnisse, die wir uns beim Inventarisieren und Ordnen angeeignet hatten, suchten wir anschliessend unsere konkreten Forschungsfelder. Diese wurden über den Sommer empirisch erforscht und die Ergebnisse im anschliessenden Herbstsemester in die hier versammelten Texte überführt.
Selbstverständlich tauchten unter den schliesslich gewählten Forschungsfeldern auch einige «altbekannte» Themen – sprich Nachhaltigkeitsinitiativen mit dem von Hörz umschriebenen «Projektcharakter» – auf. Dies mag ein Stück weit mit der Logik des Inventarisierens zusammenhängen (vgl. Anm. 2), vor allem aber sind solche Projekte schlicht Teil eines gegenwärtigen westlich-metropolitanen Lebensstils und als solche natürlich auch in Zürich auffindbar und bedeutsam. Darüber hinaus manifestierte sich aber sowohl in unserem umfassenden Inventar wie in den gewählten individuellen Forschungsthemen eine realexistierende Nachhaltigkeitslandschaft, die sich doch wesentlich von besagten Projektionen der einschlägigen Forschungsliteratur unterscheidet. Es fanden sich auf unserer Zusammenstellung zwar ebenso Projekte, die vergleichbar hip, ästhetisiert und urban daherkommen wie die andernorts gefeierten D.I.Y.-Initiativen – bloss sind diese im Fall Zürichs tendenziell affirmativer und unpolitischer ausgerichtet, als dies in anderen Regionen der Fall sein mag.
Was uns bei der Diskussion unseres «Nachhaltigkeits-Inventars» vor allem auffiel, war die starke Präsenz von kommerziellen Angeboten im weiten Feld der Nachhaltigkeit. Innerhalb dieser Akteursgruppe lässt sich zudem nochmals ein besonders gewichtiges Cluster ausmachen – Unternehmen, die im Bereich Ernährung und Lebensmittel tätig sind. Dieses einschlägige Angebot kann durchaus plausibel als Antwort auf bestimmte Bedürfnislagen – sprich: eines urbanen mittelständischen Lebensstils mit entsprechendem Distinktionsgebot – interpretiert werden (vgl. beispielsweise Quastel 2009, 704–705; Neckel 2018b, 67). Diese Deutung wird zudem gestützt von unserer Beobachtung, dass besagte «nachhaltige» Produkte und Verpackungen, aber auch die entsprechenden Verkaufslokale, Firmen-Webseiten und Werbemittel hochgradig durchästhetisiert daherkommen und folglich nachhaltiger Konsum als bedeutsames Aufmarschfeld eines «ästhetischen Kapitalismus» (vgl. Böhme 2016) betrachtet werden kann. Besagte Lesarten sind nachvollziehbar und durchaus auch wissenschaftlich produktiv zu machen, dennoch sollte man sich vor vorschneller Schubladisierung hüten. Das Phänomen der Nachhaltigkeit in Gestalt von «kleinen geilen Firmen» (Funny van Dannen), speziell im Bereich Ernährung, verdiente eingehendere Betrachtung. Viele dieser Unternehmen sind miteinander vernetzt (beispielsweise in Dachorganisationen wie Slow Food) und bilden ein loses Milieu, das sich durch fliessende Grenzen zwischen Profitorientierung, Hedonismus, Gemeinnützigkeit, Bildungsimpetus, Moralisierung und zivilgesellschaftlichem Engagement auszeichnet und Wirkungen wie beispielsweise Koppelungseffekte mit agrarischen Unternehmenspraktiken entfaltet, die aus kulturwissenschaftlicher Sicht von hohem Interesse sein müssten.

Zu den hier versammelten Forschungsbeiträgen
Auch wenn die vielschichtige Gemengelage aus nachhaltigkeitsorientierten Unternehmen, Projekten und Initiativen sich nicht auf ein einzelnes Konzept reduzieren lässt, so konnten wir (auch mit Bezug auf die vorliegende Forschungsliteratur) in unserer Inventarisierung und den anschliessenden, vertiefenden Einzelforschungen doch einige verbindende Charakteristika ausmachen: Viele Aktivitäten und Angebote im Zeichen der Nachhaltigkeit richten sich in erster Linie an Einzelpersonen, zuvörderst in deren Eigenschaft als Konsument/innen. Solch nachhaltiger Konsum spricht bestimmte Wertehaltungen einer potentiellen Kundenschicht an, die sich in einschlägigen Narrativen und Ästhetiken materialisieren. In seinem Beitrag zu unserem Forschungsprojekt hat Basil Biedermann einen genaueren Blick auf diese Ästhetik der Nachhaltigkeit geworfen, und zwar am Beispiel verschiedener Bio-Läden. Eine vergleichbare, aber etwas spezifischere Fragestellung verfolgte Julia Zuber in ihrem Textbeitrag: Sie skizziert, wie «Regionalität» als Verkaufsargument für Bio-Nahrungsmittel angepriesen wird und welche Erzählungen und Bilder damit verbunden sind.
Für Nachhaltigkeitsbelange sensibilisierte Einzelpersonen werden natürlich nicht nur als Kund/innen adressiert, sondern auch als interessierte Zeitgenoss/innen und achtsame «Erdenbürger». Eine Vielzahl von Nachhaltigkeitsakteur/innen wirkt in diesem Feld und will durch Angebote an Informationen, Strukturen und Praktiken eine einschlägige Lebensführung unterstützen. Zwei solcher Informationsangebote hat Nuria Massó näher ins Auge gefasst und beleuchtet in ihrem Beitrag anhand dieser beiden Beispiele die eingangs erwähnte Spannung zwischen systemkritischen und kommerziell-konformen Auffassungen von Nachhaltigkeit.
Auch wenn hier nun Konsumangebote von Informationsplattformen und Ermöglichungsstrukturen unterschieden wurden, so lassen sich von letzteren viele schlussendlich doch wieder auf Hilfestellungen für individuelle Konsumpraktiken reduzieren. Eine spezifische und im untersuchten Feld ziemlich prominente Form von Konsum stellt die Konsumvermeidung dar. Diesem Ziel sind unter anderem nichtkommerzielle Sharing-Plattformen verpflichtet. Markéta Záhoríková stellt in ihrem Beitrag die beiden (auch) in Zürich aktiven Plattformen FoodSharing und PumpiPumpe vor und umreisst die Motivationen von dort tätigen Sharing-Aktivist/innen. Lisa Brandl porträtiert zwei Zürcher Ableger der weltweit bestehenden Reparatur-Initiative Repair Café, die Konsument/innen dabei unterstützen möchte, defekte Dinge selber wieder zu reparieren und dadurch dem Wegwerfimperativ der Konsumgesellschaft entgegenzuwirken versucht.
Mittels solcher konkret umsetzbarer Praxishandlungen im Horizont des eigenen Alltags sollen, so das Selbstverständnis der entsprechenden Aktivist/innen, gesamtgesellschaftliche Verhaltensänderungen angeschoben und nach und nach normalisiert werden. Eine wichtige Dimension in dieser (Nicht-?)Politik der kleinen Schritte ist die in der Forschung verschiedentlich angeführte «Selbstwirksamkeit» (vgl. beispielsweise Grewe 2015, 280–282) – in diesem Kontext verstanden als Gefühl, mit den eigenen Handlungen eine adäquate «Antwort auf das subjektive Erleben gesellschaftlicher Krisenzustände» (Hörz 2017, 202) gefunden zu haben (vgl. Anm. 3).
Eine ganz spezifische solche Antwort hat Sarah Matter in ihrem Textbeitrag für das Forschungsprojekt umrissen; einen Wurm-Komposter für den Privathaushalt, der von einem Zürcher Start-up vermarktet wird. Dieses Objekt verkörpert viele Eigenheiten der gegenwärtigen urbanen Nachhaltigkeitskulturen geradezu lehrbuchmässig: Es handelt sich um ein Objekt mit Bezug zu den Feldern Küche und Ernährung, es hat einen stolzen Preis, ist handwerklicher Machart und ansehnlich designt und stellt eine individuell-private Lösung für ein gesamtstädtisches Problem dar.
Man ist versucht, diese mehrfach erwähnte Ausrichtung auf Individuen als entscheidenden Unterschied der gegenwärtigen Nachhaltigkeitsaktivitäten zu Alternativ- und Ökoprojekten der 1980er-Jahre hervorzuheben, als Nachbarschaft und Quartier wichtige Dreh- und Angelpunkte des aktivistischen Selbstverständnisses darstellten. Diese Gegenüberstellung führt aber in die Irre. Wie der Blick auf diverse hier präsentierte Forschungsprojekte zeigt, ist auch für aktuelle Projekte die Herstellung und Erprobung von Gemeinschaft durchaus zentral. Dabei handelt es sich aber oft um neue Formen von Gemeinschaften, die in ihrer Stossrichtung niederschwelliger und unverbindlicher daherkommen als klassische Vergemeinschaftungsformen des 19. und 20. Jahrhunderts wie beispielsweise die Vereine. Stephan Witzel zeigt in seinem Beitrag, wie an den in einem Bio-Laden durchgeführten «Gemüse-Vernissagen» temporäre Gemeinschaften von Gleichgesinnten dadurch entstehen, dass die Besucher/innen dieser Veranstaltungsreihe sowohl Speisen wie Werte teilen. Ebenfalls eine temporäre Gemeinschaft hat Eveline Stalder in ihrem Forschungsbeitrag ins Auge (resp. in die Linse) gefasst: Sie hat sich in Form eines ethnografischen Films und eines ausführlichen Begleittexts der Brache Guggach angenommen und aus der Perspektive eines Brachen-Aktivist/innen die Möglichkeiten und Begrenzungen einer «nachhaltigen» Zwischennutzung nachgezeichnet. Auch Lilian Brem hat einen Treffpunkt ins Zentrum ihrer Untersuchung gerückt, den Schopf in Albisrieden. Dieser wird vom Verein Hochneun betrieben, der sich eine nachhaltige Programmatik auf die Fahnen geschrieben hat und die Stärkung der Nachbarschaft zum Ziel hat. Eine eher ökonomische (und dadurch auch politische) Gemeinschaft, nämlich jene zwischen landwirtschaftlichen Produzent/innen und städtischen Konsument/innen, beschreibt Patricia Noleto in ihrem Beitrag: Sie stellt das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft vor und zeigt am Beispiel des Pflanzplatz Dunkelhölzli, wie dieses konkret umgesetzt wird.
Nochmals eine ganz andere, gewissermassen übergeordnete Perspektive hat Vera Tramer in ihrem Forschungsbeitrag verfolgt. Sie fokussierte sich nicht auf konkrete Projekte oder Initiativen, die ausdrücklich als «nachhaltig» ausgeflaggt sind, sondern näherte sich anhand Interviews mit drei nachhaltigkeitsorientierten Stadtbewohnerinnen deren individuellen Auffassungen von «Nachhaltigkeit» sowie deren konkreten Bemühungen, «Nachhaltigkeit» im Alltag umzusetzen. In dieser lebensweltlichen Perspektive tauchen zwar Projekte und Läden wie die oben erwähnten sehr wohl auf, diese werden aber von weit profaneren Gegebenheiten wie Entsorgungsinfrastruktur oder Budgetbeschränkungen in ihrer Bedeutung ein Stück weit relativiert.
Einen präzisen Blick auf nochmals ganz andere, aber sehr zentrale Akteur/innen für die Umsetzung von urbaner Nachhaltigkeit wirft Philippe Diener in seinem Beitrag: Am Beispiel der Zusammenarbeit von Grün Stadt Zürich (dem städtischen Gartenbauamt) und des Bestattungs- und Friedhofamts Zürichs beleuchtet er, wie städtische Ämter mit politisch verbindlichen Nachhaltigkeitszielen umgehen und welche zentrale Rolle Einzelinitiative und spezifische Selbstverständnisse der Behördenmitarbeiter/innen dafür spielen, ob und mit welchen Begründungen einschlägige Anstrengungen unternommen werden.
Dies die zwölf Beiträge, die auf dieser Webseite versammelt sind – diese bilden in ihrer Breite die eingangs erwähnte Spannweite von Nachhaltigkeit zumindest in Teilen ab und tragen hoffentlich dazu bei, einige Aspekte gegenwärtiger urbanen Kulturen der Nachhaltigkeit vertiefter zu beleuchten. In diesem Sinne wünsche ich eine nachhaltige Lektüre.

Anmerkungen

Anm. 1: Vermutlich ausgeprägter als jede soziale Bewegung zuvor (wenn es sich denn überhaupt um eine solche handelt), hat – in konsequenter D.I.Y.-Manier – dieses heterogene Feld von Urban Gardening-, Maker-, Sharing-, Reparatur- und Open-Source-Aktivist/innen die sozialwissenschaftliche Darstellung wie Deutung und Reflexion der eigenen Bewegung gleich selber übernommen und vermochte dadurch die zurzeit kursierenden Lesarten dieser Phänomene stark zu beeinflussen. In diesem Zusammenhang bedeutsam sind unter anderem Autor/innen aus dem Umfeld der Münchner Stiftung anstiftung sowie des in der gleichen Stadt tätigen Verlags oekom, die beispielsweise vielbeachtete Bände zu Urban Gardening (Müller 2012) oder zum D.I.Y.-Milieu (Baier et al. 2016) herausgegeben haben.

Anm. 2: Das Inventarisieren geschah vornehmlich in Gestalt einer Webrecherche. Die Suche nach explizit als «nachhaltig» etikettierten Projekten sowie die gegenseitige Vernetzung solcher Projekte hatte wohl mit zur Folge, dass sich so ein gewisses Übergewicht ganz bestimmter Nachhaltigkeitskonzeptionen in unserer schlussendlichen Inventarliste niederschlug.  

Anm. 3: Kulturwissenschaftlich zu vertiefen und zu ergründen wäre in diesem Zusammenhang die mit Blick auf die hier präsentierten Forschungsresultate gewagte Hypothese, dass diese unterschiedlichen Krisenzustände in deutlich verschiedenen Dringlichkeitsstufen wahrgenommen zu werden scheinen. So rangieren in diversen hier vorgestellten Projekten und Initiativen die Themen Foodwaste oder Müllberge weit oben auf der Rangliste, während das Thema Klimawandel bereits eine deutlich geringere Popularität verzeichnet und schliesslich Biodiversität, Zersiedlung oder Mobilität kaum eine Rolle spielen.

Literaturverzeichnis

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Philippe Diener